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26.10.2006

Der Deutsche Presserat wird 50 Jahre alt


Der deutsche Presserat, als Organisation der Freiwilligen Selbstkontrolle der Printmedien, hat pünktlich zu seinem 50-jährigen Jubiläum die von ihm aufgestellten publizistischen Grundsätze für fairen Journalismus, den sog. Pressekodex, überarbeitet.

Der Pressekodex enthält ethische Regelungen für die tägliche journalistische Arbeit, wie z.B. das Gebot einer gründlichen Recherche und der Achtung des Privatlebens und der Intimsphäre bei der Berichterstattung. In der neuen Fassung des Pressekodex wird nunmehr auch das „Vorverurteilungsverbot“ im Hinblick auf ein vorliegendes Geständnis eines Tatverdächtigen konkretisiert. Darüber hinaus wird nunmehr festgestellt, dass eine Authorisierung von Interviews aus presseethischer Sicht nicht zwingend notwendig ist.

Die neue Fassung soll zum 01.01.2007 in Kraft treten. Die Grundsätze des Pressekodex sind Prüfungsmaßstab für Beschwerden von Privatpersonen oder Organisationen über redaktionelle Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und Online-Diensten. Darüber hinaus ist der Presserat im Bereich des Redaktionsdatenschutzes tätig und tritt auf der medienpolitischen Ebene für freien Zugang zu Informationen und der Meinungsbildung der Bürger ein.

In der Diskussion stehen auch die Zulässigkeit von Lauschangriffe und Durchsuchungen bei Journalisten, nachdem im vergangenen Jahr unter anderem eine Durchsuchung in der Redaktion des Magazins „Cicero“ für große Unruhe bei den Printmedien gesorgt hat. Ein weiteres aktuelles Anliegen des Presserates ist die Verbesserung des Gesetzes zur Bekämpfung von Stalking, das in Einzelfällen in seiner jetzigen Fassung die Strafbarkeit von Journalisten begründen kann und die Pressefreiheit unangemessen beeinträchtigt.

 

Quelle: Deutscher Presserat und Rechtsanwältin Katja Joisten